Der Albtraum- nachts allein am Unfallort

 

Da trifft mich doch der Albtraum schlechthin:

 

Nachts bzw. in der Dunkelheit alleine an einem Unfallort.

 

Vielmehr wusst ich erstmal gar nicht ob es ein Unfall war, als ich Sonntags in der Früh um 5.30 Uhr im Winter, zur Arbeit fuhr.

Während ich die Ausfahrt der Autobahn nahm sah ich einen grossen Schatten mitten auf der Verkehrsinsel, der da einfach nicht hingehört.

Ist gar nicht einfach, bei der Fahrgeschwindigkeit in einer Ausfahrt, innerhlb Sekunden entscheiden ob’s einen nicht interessiert, weil man zur Arbeit fährt: is eh nur n knutschendes Päärchen. Oder ob man anhält und doch nachsieht.

Ich bin einfach so gestrickt, dass ich nicht vorbeifahren kann.

Dann die Überlegung: wie mache ich das jetzt alles am geschicktesten und vor allem am gefahrlosesten.

Ich entschied mich mit dem Auto auf die Verkehrsinsel in die Wiese zu fahren um mit den Scheinwerfern  auszuleuchten was da los ist.

Da kam mir schon jemand entgegengelaufen.

Was machen…..

Ich rief aus dem Fenster was los sei.

Und er antwortete, dass sie Hilfe bräuchten.

Ich hörte in der Stimme viel Panik und entschied, dass das der Wahrheit entspricht, fuhr ein paar Meter weiter und dann sah ich das Auto, das am Baum klebte.

Ich muss gestehen, ich bin Krankenschwester, Intensiv, viel Unfallchirurgie, Akutmedizin…….aber vor Ort, das was ganz anderes.

Kein Arzt da, kein Pulsmesser, kein nix…ich überlegte wo mein blöder Verbandskasten war.

Keine Ahnung!

Vielleicht gar nicht dabei?

Ich entschied erstmal gescheit Licht auf die Unfallstelle zu bringen und mir einen Überblick zu verschaffen bevor ich nu anfange den Kasten zu suchen.

Und ich kann nur sagen:

Was und wie ich geholfen habe, das hätte JEDER können, da muss man nicht vom Fach sein.

Aber es war WICHTIG, dass ich da war.

Denn ich fand nun 2 wirklich betrunkene leicht verletzte, aber verwirrte junge Männer vor, die umherirrten und einen schwerer Verletzten, der vor dem Auto lag, aber ansprechbar war.

Nur ,es war keiner in der Lage zu telefonieren.

Alle standen unter Schock.

Zum einen konnte ich nun das übernehmen und zum anderen drehte der Fahrer durch und wollte sich auf die Autobahn stürzen, sein Freund war mit allem überfordert.

Ich verschaffte mir einen Überblick über den schwerer Verletzten. Der Puls war nochmal und er war ansprechbar. Mit dem Atemen hatte er starke Probleme. Wohl ein Thoraxtrauma.

So versuchte ich den Irren von der Autobahn weg zu bekommen und unterhelt mich von Zeit zu Zeit mit dem Verletzten um sicher zu stellen, dass er nicht ohnmächtig wird.

Gott sei dank kam dann endlich Polizei und Krankenwagen.

In der Zeit wo ich alleine war, war die Unfallstelle ausgeleuchtet. An einer Autobahnausfahrt einer grossen Stadt.

ALLE sind vorbei gefahen ohne mir zu helfen.

Ich weiss, dass kaum einer hilft.

Auch viele von dnen, di das hier lesen!

Ich möchte nur dran appelieren: jeder kann in Not geraten, in welche auch immer. Stellt euch vor alle fahren vorbei…..

Ein Freund hatte einen Fahrradunfall in Rosenheim, vor Jahren, in der Innenstadt. Er lag verletzt und blutend auf dem Gehweg. Es hat 3 !!!!! Ampelzyklen gedauert bis ihm jemand half!!!!!

Ein Armutszeugnis an unsere Gesellschaft.

Ich hab noch mehr Beispiele wenn ihr wollt.

In der Sauna fiel ein alter Mann um, kurz nachdem er diese verlies. Ich war die einzige die half. Die Sauna war voll mit 50 Leuten.

So kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass wohl ca. 90% der menschen nicht helfen.

Warum auch immer.

Frag ich mich.

Die Angst was falsch zu machen zählt einfach nicht.

Dann dürfte man ja gar nichts mchen.

Angst, dass man selbst kein Blut sehen kann.

Nein! Das zählt für mich einfach nicht!!! jemanden nicht helfen, weil man vor was Angst hat was sein könnte.

So einen Luxus kann ich mir woander leisten.

 

 

Stellt euch vor euer Kind hört auf zu atmen und alle gehen vorbei und keinen interessiert’s!

 

 

 

Ich finde in der Not muss man sich doch helfen, dazu leben wir in einer Gesellchaft. In einer Wohlstandsgesellschaft.

In der Lebenretten ganz einfach ist und immer einfacher wird.

In jeder Edeka, auf jeder Alm hängt mittlerweile ein Defibrillator für Laien.

Wenn einer umfällt müsst ihr sogut wie nichts machen. Es braucht euch nicht mal interessieren ob der noch atmet oder nicht, erstmal.

 

Den Defi von der Halterung nehmen und anmachen. Der sagt euch ALLES was ihr tun müsst.

 

Jetzt habe ich doch letztens mit Entsetzten hören müssen, dass Frauen eine schlechtere Überlebenschance haben, weil Ersthelfer Hemmungen haben, den Oberkörper frei zu machen.

Oh mann……..dazu sag ich jetzt mal nix!!!!

 

Die Technik und die grossartige Organisation des Notfallmanagements in etschlands macht es möglich, dass immer mehr Menschen Herzinfarkte, Unfälle und Schlaganfälle überleben.

Deutschland ist flächendeckend mit Rettungshubschraubern abgedeckt. Jede Region hat ihren eigenen Heli. Dieser kommen natürlich bei Bedarf regionsübergreifend. Tendenziell sollte immer, wenn möglich, ein Heli kommen.

Im Gebiet Traunstein ist das tatsächilich so.

Wir haben hier die meisten Rettungshubschraubereinsätze in Deutschland.

Ruft man hier die Notfallnummer kommt normalerweise der Hubschrauber, wenn der nicht andersweitig im Einsatz ist.

Bei Unfällen mit Kindern kommt in der Regel immer gleich der Heli.

Bei mir ist er schon mal im Vorgarten gelandet und das „nur“, weil meine Tochter aufgrund Rotaviren nicht mehr ansprechbar war. ich will jetzt nicht sagen, es war kein Notfall. Aber der Heli hätte in diesem Falle nicht unbedingt sein müssen.

Bin aber natürlich dankbar, dass schnell Hilfe da war.

Jede Minte zählt bis zum Ersthelfer und bis zum Pofi-Helfer und bis zur Klinik. Mit jeder Minute sinkt die Überlebenschance.

Reisst euch zusammen und helft, springt über euren Schatten und ich verspreche euch das beste Geschenk!

Wenn ihr einmal jemanden wirklich geholfen habt in der Not, vielleicht sogar das Leben gerettet abt. Ihr fühlt euch grossartig. Ihr habt wirklich tolles vollbracht.

Und das wirklich GROSSARTIGE beim Helfen ist:

Man kann nicht verlieren!!!!

Ihr verliert nur wenn ihr wegschaut!

Ich hoffe der Artikel hat ,anchen zum Nachdenken angeregt.

Als Frau denkt man immer mal wieder nach was man wohl tut, kommt man alleine nachts an einen Unfall…….

Telefonieren kann jeder!

Hier hab ich ein wirklich geniales Video für euch.

Sozusagen 1. Hilfe in einer Minute………das vergesst ihr nicht mehr.

Und nochmal:

Die oberste Regel mittlerweile…ihr müsst nix wissen: wer sich nicht wehrt, wird reanimiert.

Ihr wisst nicht wie?

Schaut euch das Video an, wirklich lustig gemacht.

Aber:

Hauptsache ihr drückt!

Auch wenn ihr alles vergessen habt: drücken!

Damit das Herz, die Pumpe, zusammengedrückt wird und so immernoch ein kleiner Blutfluss stattfinden kann.

Deswegn ist das beatmen sekundär geworden.

Wer sich nicht traut, nicht kann wie auch immer….Hauptsache ihr drückt!!!!

 

Also, Fazit:

Wer sich nicht wehrt wird reanimiert.

Hauptsache ich rufe 112 und fange an zu drücken!!!

 

Und ich appeliere an die Politik nicht nur Alkoholkontrollen einzuführen, sondern auch fingierte Unfälle……und alle rausziehen, die vorbei fahren. Viel zu selten wird unterlassene Hilfeleistung bestraft.

Hätte ich Zeit gehabt während des Unfalls Sonntags morgends in der Früh. Ich hätte mir alle Nummernschilder aufgeschrieben von denen die vorbei fahren. Und ich hätte ALLE angezeigt!!!

Da muss doch mal was geschehen!!!!

 

 

                                 

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