chatprotokoll Ich packe 12 Monate Jahr in 10 Monate: kein Problem!

 

 

 

 

 

Hat der Vater die Hälfte der Ferien Umgangszeit und wohnt weiter weg, bin ich gezwungen  das komplette soziale Leben der Kinder, mit all ihren Bedürfnissen, Wünschen und auch Pflichten, für das normalerweise 2 Menschen in 12 Monaten zuständig sind,  in 10 Monaten zu packen, alleine, natürlich..

 

Ehrlich gesagt ist das ein Punkt der mich wahnsinnig nervt.

 

Ich stehe permanent unter Zeitdruck um alles unter einen Hut zu bekommen.

 

Schule, lernen, Hobbies, Instrumente, Freundinnen, Geburtstage, Parties, Zimmer aufräumen, Frühjahrsputz, Übernachtungen, sinnvolles wie VHS Kurse oder Kulturelles, shoppen, Handy organisieren und managen, ebenso wie YouTube, Mussically und ähnliches, Referate vorbereiten, Kieferorthopädenbesuche, Zahnarztbesuche, Lungenfacharztbesuche, Orthopädentermine und normal auftretende Krankheiten wie eine Erkältung. Tägliches Vokabeln abfragen, Schulprojekte unterstützen, Geschenke besorgen, Fahrrad fahren üben, basteln, und, und, und…….

Wann sollen die Kinder eigentlich mal spielen oder gepflegte Langeweile haben?  Im Alltag, am Wochenende? Was sehr wichtig ist für die Entwicklung- das fördert die Kreativität und lässt alte Sachen entdecken und sich nicht immer nur neuem widmen.

Und das neben der Schule.

Die Kinder kommen um 16 Uhr nach Hause, manchmal noch ohne Hausaufgaben.

 

Ich sehe nur, was ich alles in 10 Monate packen soll!!!

Das ist kaum möglich mittlerweile. Irgendwas bleibt auf der Strecke.

 

ABER:

Vaterzeit ist ja wichtig!!!!

 

Klar, muss ja gehen. Wird ja von mir erwartet.

 

Und der Vater wird immer unwichtiger auf die Distanz, wie ich das erlebe. Und auch die Kinder.

 

Sie merken immer mehr, was sie in den Ferien hier verpassen. Sie stehen stets im Dilemma zwischen sozialem Leben zuhause, auch mal rumgammeln, mit Freunden treffen, Radtouren, etc.

Dieser innerliche Konflikt wird den Kindern ohne mit den Wimpern zu zucken dem Kind zugemutet. Vaterzeit sei wichtiger als soziales Leben: so ist das in Deutschland geregelt.

 

Mir stellt sich die Frage: ist der Vater auf Dauer, der nie da ist, tatsächlich wichtiger für das Leben, die Zukunft des Kindes als das soziale Leben. Mit dem sie hier nun das Jahr über klar kommen müssen?

 

Es ist nicht so, dass ich dem Vater nicht die Zeit mit seinen Kindern gönne oder den Kinder den Vater. NUR: hier tobt der Alltag und der muss adäquat bewältigt werden. Bei allem Respekt vor der Vater-Kind Bindung.

 

Die sich ja automatisch von Haus aus schwierig gestaltet wenn man viele Kilometer weit weg zieht.

 

Ferien zuhause verbringen gestaltet sich schwierig.

Pfingst- und 3 Wochen Sommerferien, bzw. im Wechsel Oster- plus 3 Wochensommerferien sind wir auch weg, im Urlaub, mal raus aus dem Alltag. Das muss sein.

Herbst- und Faschingsferien waren bis vor kurzem ebenfalls dem Vater zugesprochen.  Und die Weihnachtsferien, da ist ja an normalem Sozialleben nicht viel los. Weihnachten ist ja ein wenig Ausnahmezustand.

 

13 Wochen Ferien haben wir insgesamt. Heisst, die Kinder sind knapp 2 Monate im Jahr beim Vater.

 

Laut Erzählungen läuft in dieser Zeit auch nicht wirklich viel.

 

Was davon stimmt, interessiert mich nicht, denn ich bin für die Kinder verantwortlich. Der Vater hält sich seit Jahren raus. Meine Versuche ihn zu mehr Verantwortung zu bringen habe ich aufgegeben.

Ich regel das lieber alleine, dann weiss ich, dass es läuft. Ohne Streiterei.

Durch den Boykott der Pflichten nimmt sich der Vater ja auch selbst unheimlich viel an Erleben des gross werdens der Kinder.

Immer weniger bleibt von ihm übrig. Er beschneidet sich selbst darum.

Deswegen ärgere ich mich kaum noch darüber. Den Kinder geht halt manches ab dadurch, aber das ist nicht meine Sache. Das ist sein Ding. Sein Verhältnis, das er zu den älter werdenden Kindern aufbaut.

Er muss in den Spiegel schauen können.

 

Das Einzige was sich mir da noch auf tut, ist die Frage, wieso so ein Vater noch das Sorgerecht haben darf?

Denn Sorge für die Kinder trägt er nicht. Ausser finanziell- und das auch ein ewiger Kampf. Der Rest ist uninteressant für ihn.  Ganz klar, denn es würde Aufwand und Energie bedeuten. Und die Kinder werden ja auch so gross. Das einzige Interesse beschränkt sich auf das akkurate Einhalten der Ferienumgangszeiten. Auch hier ohne Rücksicht auf das soziale Leben, das hier für die Kinder das ganze Jahr und für die Zukunft so wichtig ist.

 

Meine Kleine hat z.B. erst 1 Kindergeburtsag der Freundinnen feiern können. Es lag immer so, dass diese in den Ferien gefeiert haben, in denen sie nicht da ist.

So war halt dann ein 8 jähriges Kind erst 1x im Leben auf einem Kindergeburtstag.

Wie traurig.

Jedesmal wieder heult sie sich die Augen aus- und ich kann’s mehr als gut verstehen.

 

Die Situation ist wie sie ist und man muss sie annehmen.

Es wird sich von selbst regeln, also kein Grund sich allzu sehr aufzuregen.

Die Kinder entscheiden irgendwann selbst wo sie ihre Lebenszeit verbringen möchten.

 

Mir hilft es nur, immer langfristiger und besser vor den Ferien alles zu organisieren um nicht komplett im Chaos zu versinken.

 

Allerdings mit zunehmender Schulklasse wird auch klar, wie sehr die Eltern heutzutage auch dort gefordert sind.

Mich würde es tierisch entlasten, würde der Vater mal seiner Pflichten bewusst und riefe täglich abends an um Vokabeln abzufragen. So einfach mittels whats app, etc.!!!

Aber warum Energie lassen, leben ja bei der Mutter, die macht das schon!

Und bei 2 Kindern müssen dann in den 10 Tagen vor den Ferien noch 4 unangekündigte Kurztests gemanaged werden.

 

Manchmal stellt sich dann schon die Frage nach der Priorität: lerne ich nun die Zeit mit den Kindern oder packe ich die Koffer oder aber lege ich vor der Frühschicht noch ne Nachtschicht dafür ein????

Oder aber lasse ich die Kinder mal ohne Gepäck fahren und überlass diese Herausforderung einmal dem Vater????

 

 

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