Was ein Wechselmodell IN der Partnerschaft nach sich ziehen kann

Wir hatten uns immer schon geeinigt, dass wir, wenn Kinder da sind, ein Wechselmodell führen möchten.

Was ein Wechselmodell in der Partnerschaft bei Trennung nach sich ziehen kann, hatte ich nicht bedacht.

Wir teilten uns alles: das Geld verdienen und das Babysitten – zu gegebener Zeit.

Also nach dem Stillen  und der Elternzeit.

Unsere Kinder hatten den gleichen Bezug zu uns beiden.

So war immer eine volle Bezugsperson für die Kinder da.

Ich fand’s toll!

Als unsere 2. Tochter gut 3 Jahre alt war, trennte sich mein Mann und zog 700km weit weg.

Er setzte sich in den Kopf die Kinder mitzunehmen.

Leider kam es dann zu mehreren Gerichtsverhandlungen, zur Bestimmung des Lebensmittelpunktes der Kinder.

Die Richterin wusste wirklich nicht was tun, da die Kinder den gleich guten Bezug zu uns beiden hatten.

So entschied einzig und allein, dass ich bis heute das soziale Umfeld erhalte.

 

Bis dahin war mir nicht klar was diese Entwicklung der Gesellschaft, der Emanzipation, nach sich ziehen kann.

Ich finde es toll, wenn die Männer die Kinder großziehen und die Mütter Karriere machen.

 

Doch für mich war es einfach undenkbar, nicht mit meinen Kindern zu leben. Sie gross werden zu sehen, die nicht täglich in der Schule zu begleiten, all die Krankheiten und Wehwehchen mitzubekommen. Die ganzen Abenteuer zu verpassen.

Sie wären zu weit weg gewesen. Das wäre absolut kein denkbares Lebensmodell gewesen.

So hatte ich das ALLES nicht geplant.

Auch wenn ich NIE alleinerziehend sein wollte….. der absolute Horror! war diese Vorstellung wesentlich besser und ich war bereit all die Energie aufzuwenden. ALLES ist besser als die Kinder nicht leben zu sehen- jeden Tag! -für mich.

So entbrennt dann der Krieg um die Kinder.

Ich hatte einfach auch niemals darüber nachgedacht, dass wenn man sich gemeinsam für ein Wechselmodell in der Partnerschaft entscheidet, doch einer mal die Meinung ändern kann.

 

Schluss endlich darf ich jetzt mit meinen Kindern leben.

 

Ich war es gewohnt zeitweise zu arbeiten, die Kinder nicht ganztags zu versorgen. War es gewohnt nicht den kompletten Alltag zu managen und zu organisieren. Entscheidungen immer zu zweit zu treffen. Niemals alleine für die Kinder zuständig gewesen zu sein.

So fiel es mir immens schwer alles komplett alleine zu regeln. Ohne Vater ohne Grosseltern. Und ich wollte sie ja nicht irgendwie gross kriegen.

Sondern mit einem idealen Paket für den Start ins Leben.

Es war wirklich hart vom Wechselmodell in die völlige Selbstständigkeit.

Dafür habe ich es um so besser geschafft und bin stolz darauf!

 

 

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