Was ich meinen Kindern nach der Trennung bieten wollte

alleinerziehend, geschockt alleine, gefrustet, traurig,….jeder mag seine eigene Geschichte mitbringen.

Meine Kinder kamen erstmal sehr schwer nur klar mit der Trennung. Was mir im Herzen unendlich weh tat.

All meine Träume von dem Leben mit meinen Kindern und das was wir ihnen bieten wollten sind plötzlich geplatzt.

Wir hatten so viel geplant und erträumt. Ein Haus bauen. Wollten wir kurz vor der Einschulung noch eine ganz grosse Reise machen. Wir hatten Zukunftspläne, die wir eigentlich verfolgten. Zu der Zeit hatte ich mir die Haltung ein paar Schlittenhunde ermöglicht und die Kinder sollten auch dieses einmalige Erlebnis haben dürfen.
Ich könnte noch ganz viel aufzählen.

Mit der Trennung schien alles wirklich endlich zu sein. Das wurde mir bewusst. Den Traum von Familie hatte ich verloren.

Da wurde mir AUCH bewusst wie wenig man es schätzt- den Moment!

Weil es ist tatsächlich ALLES endlich. Auch wenn man ganz fest NICHT dran glaubt.
Denn man hat Vertrauen- Urvertauen, dass es weitergeht.
Dass man aber Momente verpasst, wird einem wieder erst dann bewusst wenn sie vorbei sind.

Das half mir nun auch nicht weiter. Allerdings war mir klar, dass ich wieder mehr Energie verwenden sollte darauf einzelne Momente zu geniessen.

Ich war so sauer.
So sauer, dass die Kinder nun auf ein Leben verzichten sollten, was eigentlich für sie vorgesehen war.

Ich war ja nun völlig durcheinander. Gefühlschaos auf jeder Ebene.

Aber ich war wirklich stinksauer, dass die Kinder nicht nur unter der Trennung litten, nein, dass, nur weil ein Mensch seinen Egoismus ausleben muss, Kinder auf solch ein schönes angenehmes Leben verzichten sollten.

Das hat mich so wütend gemacht, dass wenn ich echt sauer bin, auch mein Ehrgeiz geweckt werden kann:
Ich lass mir das was ich unter einem Leben mit Kindern mir vorgestellt hatte durch DEN nicht versauen- da kam dann auch mein Egoismus durch.

Ich finde es sehr wichtig, dass jeder Mensch einen gesunden Egoismus haben sollte. Um es nicht so negativ klingen zu lassen können wir es auch gerne Selbstliebe nennen.

Egoismus gibt auch Energie! Und Motivation!

Werft euer schlechtes Gewissen manchmal einfach weg und liebt euch ein Stück weit!!!

Was erwartetet ich nun von einem Leben, alleine mit meinen 2 Töchtern?

Schulisch, klar, ich werde mein Bestes geben.

Aber sonst?

Erstmal möchte ich, dass sie die Trennung verarbeiten können. Dazu wird es noch einen anderen Beitrag geben und auch Tipps dazu was man machen kann um den Kleinen zu helfen.

Was möchte ich noch von unserem Leben, was erwarte ich, was will ich- mal ganz grob, so mitten im Gefühlschaos. Mit meinen Töchtern.

Bisher hatten wir ein Wechselmodell. Also wir haben uns beide um alles gekümmert. Geld verdienen im Job und Kinderbetreuung.

Einerseits war ich also recht unabhängig, andererseits war ich „nur“ Halbwegs gut organisierte Mutter.

Ich war es gewohnt Entscheidungen zu Zweit zu treffen, kleine wie grosse, ich war es gewohnt, dass der andere Teil mal einige Tage alleine schmeisst zuhause, wenn ich arbeiten war. Ich war es gewohnt, dass sich jemand um den technischen Kram im Hause kümmert….und ums Auto. WEnn ich liegen blieb mit dem Auto rief ich meinen Mann ab: irgendwie kriegt der’s schon wieder hin oder kümmert sich drum. Auch unangenehme Telefonate konnte man mal abschieben oder andere ungeliebte Dinge oder Aufgaben, von denen man animmt, dass man kein Talent hat sie zu lösen, konnte man zu Zweit bewältigen oder der Andere konnte sie übernehmen.

Zusammengefasst war ich alleine mit Kindern erstmal lebensunfähig, zumindest nur halb lebensfähig.
Die andere Hälfte hat erstmal die Trauer gelähmt.

Ehrlich gesagt, habe ich die erste Zeit nur funktioniert.

Aber es kommt die Zeit, der Tag, an dem muss man sich dann entscheiden ob man in die Zukunft schauen will oder sich eindost.

Da wir Kinder haben, wissen wir: pack mer s an!!!

Am liebsten hätte ich sofort die Uhr vor gedreht, die Trauer und das Gefühlsdurcheiender weg und durchstarten.

So schnell geht’s allerdings nicht oder ging’s nicht bei mir. Oft hab ich gedacht, jetzt bin ich über dem Berg- aber schnell kam der Moment wo ich zusammenbrach und merkte, die Gefühle lassen sich nicht beschleunigen. Ordnung in sich selbst zu bringen, abzuschliessen, sich selbst finden, dauert seine Zeit. Und für jede(n) seine ganz individuelle Zeit.

Ich habe lange gebraucht, finde ich, sehr lange. Alleinerziehend sein war für mich auch schon immer ein Albtraum gewesen, der mich jetzt traf.

Manchmal glaube ich, im Leben trifft einen genau das, wovor man am meisten Angst hat. So als keine Herausforderung ans Leben, die kleine oder grosse persönliche Challenge bestehen.

Es ist tatsächlich so wie das altes Sprichwort es sagt: man wächst mit seinen Aufgaben!

Auf meinem Weg habe ich einige Rückschläge erhalten, bin immer wieder aufgestanden, habe darauf vertraut, dass die Zeit alles regeln wird wenn ich nur meinen Weg gehe.
Und das sollt ihr auch.

Jetzt heisst es nicht mehr:

Hinfallen, Krone richten, weitergehen!

Jetzt heisst es:

Hinfallen, aufstehen, Haare zerzausen und das Leben rocken!!!!

Aber meine Ziele waren klar: ich wollte mit meinen Töchtern ein Team bilden, das „funktioniert“, sich vertraut, damit wir Freiheiten geniessen können, die vielleicht ein wenig schwieriger sind als Weihnachtssterne basteln.

Nichts gegen basteln, auch das tun wir gerne. Aber von Zeit zu Zeit werden mir solche Tätigkeiten ein wenig zu langweilig und ich möchte das Leben spüren. Ich möchte meinen Töchtern die Welt zeigen. Die Natur. Ich möchte ihnen zeigen wie alles funktioniert, ich möchte sie lebensfähig machen- ausserhalb des schulischen Fachwissens.

ICH möchte mit ihnen was erleben, jedes Alter geniessen!!!

jeden Moment den wir, vielleicht frei vom Alltag, zusammen haben in diesem Leben.

Kinder werden so schnell gross. Es ist, im Verhältnis zum eigenen Leben, nur eine kleine Zeitspanne, in der man sich ausgiebig um den Nachwuchs kümmert.

Man sollte nicht ausschliesslich im Alltag, Stress und Sorgen versinken. Kleine Nischen suchen, Zeit nehmen, Abenteuer erleben, die man nie vergisst.

Zeit nehmen?
Zeit haben!
„Für einen Hund hätte ich keine Zeit“, sowas oder ähnliches höre ich immer wieder. Zeit haben ist nur eine Sache von Prioritäten!

Man hat für alles Zeit!
Wenn es einem nur wichtig genug ist!

Mein Leben gestaltet sich mittlerweile nur noch im Verschieben von Prioritäten. Das hat mich lange Zeit gestresst. Tut es auch heute noch immer wieder. Aber ich habe es akzeptiert- angenommen. Ja und? So ist es halt. Und wenn das jemanden anderen nicht passt, sein Problem. Meine Belohnung dafür ist ein ganz besonderes einzigartiges Leben mit meinen Kindern.

Bei anderen sind die Fenster vielleicht sauber, dafür war ich Kanu fahren mit meinen beiden Süssen.

Zugegeben, manchmal ist es schwierig zwischen Prioritäten zu entscheiden: bringe ich zuerst das eingekaufe Tiefkühlzeugs weg oder schmeiss ich die Heizung an, dass die Kinder nicht frieren? Logisch gehen hier die Kinder mal wieder dem Tiefkühl Pommes vor. Also, Entscheidung gefallen! manchmal muss man dann die Konsequenz tragen indem die TK Pommes aufgetaut sind und der aktuelle Essensplan über den Haufen geschmissen werden muss.

Zum Faktor Priorität kommt ja auch noch der Faktor: wie oder wo kann ich Zeit sparen. Hierzu wird es sicher auch Beiträge geben mit Tipps.

So hatte ich mich also (zwangsweise) entschlossen mein Leben als Abenteuer alleine weiterzuführen, mich Herausforderungen zu stellen. Ich werde an meine Grenzen gehen und meine Kinder nehme ich mit bis kurz vorher.

Ich will mich nicht eindosen- mit den Kindern.

Sie sollen sehen was Leben bedeutet.

Für mich ist Leben Natur. Wasser,Wind und Wetter. Draussen sein, die Welt verstehen, im Ansatz.

Zugegeben: nicht alles ist möglich, alleinerziehend, mit Kindern. Je nach Anzahl der Kinder, des Alters, des eigenen Geldes, der zeit ect.

Ich wusst auch noch gar nichts konkretes. Nur eines: ich lass mich nicht einschränken als Familie, nur weil sie nur aus einem Erwachsenen besteht.

Oft kam ich tatsächlich an meine Grenzen. Oder an die der Kinder. Dann muss man Mut haben den Abstieg anzutreten bevor man den Gipfel erreicht und das Wetter umschlägt (bildlich gesehen).

Zu einigen Abenteuern werde ich berichten. Von meinen Erfahrungen erzählen und auch das was man sich getrost sparen kann.

Das Alleinerziehendsein ist nicht einfach und man muss auf vieles verzichten. Man braucht mehr Energie, mehr Geld, mehr von allem, weil man alleine ist. Man muss zwar nicht den Kindern den Vater ersetzen, aber den 2. Part in der Organisation.

Also eigentlich ist Alleinerziehend sein Scheisse!

ABER:

Ich bin, hätte es nie gedacht, dankbar für das was mir geschenkt wurde.

Ich darf die mittlerweile wirklich enge mentale Verbindung zwischen mir und meinen Kindern geniessen.

Abenteuer schweissen zusammen. Man besteht Gefahren. Man wird ein Team- in dem auch das schächste Glied (meist die Kleinsten) seinen Platz haben, der fester ist als der in einer „normalen“Familie.

Meist werden sie schneller erwachsen- das bietet den Vorteil sie werden immer selbstständig und lebensfähig sein.

Ich bin an meinen Aufgaben wirklich gross geworden und innerlich reich. Ich weiss, dass nicht jede(r) so ein Glück hat in dieser Konstellation leben zu dürfen.

So bin ich froh, doch immer das Vertrauen gehabt zu haben, dass alles gut wird- die Zeit zeigt wies geht und euer Wille.

Gebt euch Zeit und kommt mit auf das allerletzte Abenteuer unserer Zeit!!!!
Es ist nicht immer leicht, aber es lohnt sich!!!!!

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